Talk im Schafstall

Der Gast will authentische-regionale Küche
Am Anfang war das Lamm ein Außenseiter. Heute ist es Mittelpunkt auf den Albwiesen und auf den Biosphärentellern. Wie es dazu kam, wie es weitergehen könnte war am Donnerstag Thema beim Talk im Schafstall.

Bild 1 von 2

Fotos: Ulrike Bührer-Zöfel

Zum 15. mal übrigens trafen sich Gastronomen, Produzenten, Vermarkter und Vertreter von Behörden bei Gerhard und Bärbel Stotz zum Talk im Stall. Gelungen sei es inzwischen, so Jürgen Autenrieth von den Biosphärengastgebern "Lamm und Landschaft in den Mittelpunkt zu stellen, ein dreifacher Salto ums Lamm ist da gar nicht nötig". Im Gespräch mit Thomas Schwenk von der Dehoga-Akademie machten die verschiedenen Interessengruppen deutlich, dass der Erfolg des Alblamms ebenso wie der diverser anderer regionaler Produkte dem Zusammenspiel verschiedener Partner, immer neuer Ideen und ständiger Qualitätskontrolle geschuldet ist. Dazu mussten, so Dieter Wetzel vom Schwanen in Metzingen, die Küche sich erst mal auf die eigenen "tollen regionalen Produkte" besinnen. Aber ohne den Gast, den Kunden geht gar nichts. Und da hat Autenrieth festgestellt, der sei zunehmend interessiert zu wissen, was auf den Teller kommt - "manchmal sogar bis zum Namen der Kuh". Genau solche Verbraucher seinen richtig, sagt Autenrieth, denn die seien die besten Kontrolleure. Zum Genießen gehört auch das richtige Ambiente. Deshalb haben Dehoga und Regierungspräsidium die Aktion "Rathaus trifft Dorfgastronomie" gestartet. Ziel: Die Dorfgasthäuser zu erhalten. Die Region sei in den letzten Jahren, so Dehoga-Präsident Peter Schmid, erfolgreich gewesen, auch der Dorfgasthäuser wegen. Der Gast erwarte, das hat eine Umfrage ergeben, auf der Alb "eine authentische, regionale Küche, schöne Terrassen und Biergärten". Biete man das nicht, seis in zehn Jahren vorbei mit dem Erfolg im Tourismus. Die Bürgermeister müssten deshalb auf die Wirte zugehen, klären wies mit Nachfolge und Finanzen aussehe, Hilfestellung bieten. Für Bürgermeister Mike Münzing ist dieser Dialog "eine Selbstverständlichkeit", die werde in Münsingen auch gepflegt: "Wirte sind Teil der Wirtschaft und der Kultur auf der Alb."

Bevor das Lamm auf den Teller kam, gab es noch einen Ausblick. Was soll in zehn Jahren das Biosphärengebiet ausmachen? Schlaglichter: Partner, die zu dem stehen, was sie sagen. Die dynamische-nachhaltige Entwicklung muss anhalten. Mehr Partner im Biosphärenboot, um die Landschaft zu erhalten. Zum Spezialitätenlamm sollen noch Schwein und Rind kommen.

Weil Schaf mehr ist als Fleisch, gibt es inzwischen schon eine Kleiderkollektion mit Albmerino. Und natürlich regt das geschmeidige Material auch die Kreativität an. Filzen zum Beispiel ist eine angesagte Handwerkstechnik. Wie schnell aus Wolle bunte Ostereier entstehen, das zeigten Mädchen der Astrid-Lindgren-Schule zusammen mit Stefanie Fleiner. Eines davon kann jetzt Schäfer Gerhard Stotz zu seinem Osterlamm legen.

 

Bildergalerie

Erstellt: Ulrike Bürer Zöfel 17.03.2013

zurück